Die kreisförmige, geschlossene Form als Symbol für die Unendlichkeit und Verbundenheit sowie als Erinnerung an eine ganz besondere Verbindung zu Menschen oder Ereignissen hat der Ring durch die Jahrtausende beibehalten. So wie der Ring keinen Anfang und kein Ende hat, so soll seine Wirkung ewig währen.
Ringe waren Macht- und Würdezeichen und fungierten als Zeichen der Liebe und Treue, sie dienten rituellen Zwecken oder dokumentierten das gegebene Freundschafts- oder Eheversprechen. Sie stellten Wertobjekte dar und waren als Tausch-bzw. Zahlungsmittel gebräuchlich. Der kreisförmige Ring wird seit alters her mit der Vorstellung eines geschützten, geheiligten Raumes assoziiert, einem zeremoniellen Kreis, in dem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich sind. Geschlossene Kreise wurden immer als Schutz betrachtet, vor allem von Personen, die mit Magie arbeiten.
Die Vorstellung vom Kosmos als einem ungebrochenen Kreis kommt auch in dem gnostischen Bild der Schlange zum Ausdruck, die sich selbst in den Schwanz beisst und dadurch einen Kreis bildet.
Der Brauch, Verlobungs- oder Eheringe auf dem vierten Finger zu tragen, entstand bei den Ägyptern. Sie glaubten an eine Liebesader, die sich von diesem Finger zum Herzen erstreckte. Der Ring diente als Klammer, um die Gefühle des Herzens festzuhalten und zu intensivieren.
Die ältesten bekannten Ringe haben ein Alter von mehr als 21.000 Jahren und waren aus Elfenbein oder Stein gefertigt. |