Mädesüssblüten - Filipendula ulmaria 50 g

Aufgrund des süß-herben Duftes, der von vielen Menschen als angenehm empfunden wird, war Mädesüß einst ein beliebtes Streukraut. Man bestreute damit am Morgen den Holzfußboden und kehrte die Blätter und Stängel wieder aus, wenn sie abends vertrocknet waren und ihren Duft nicht mehr verströmten.

In England wird Mädesüß Duftpotpourris beigemischt, um diesen eine etwas rundere Note zu verleihen. So war sie die bevorzugte Aromapflanze der englischen Königin Elisabeth I.. Allerdings wird der Duft nicht von allen gleichermaßen geschätzt. Von einigen Menschen wird der Geruch als zu aufdringlich empfunden, was der Pflanze auch den volkstümlichen Namen "Wiesenschabe" eingetragen hat.

Mädesüß ist eine alte Heilpflanze. Sie wird bereits von Theophrast erwähnt "...die Blüten in Wein gekocht und getrunken, befreit die Pflanze von Anfällen des Viertagefiebers", schrieb John Gerard über diese Pflanze im Jahre 1597. Lonicerus und Hieronymus Bock bezeichneten die Wurzeln des Mädesüß als gallereinigend und nützlich bei der Roten Ruhr. Das Kraut sollte, äußerlich angewandt, Geschwüre zerteilen und Pfeile und Dornen ausziehen. Auch heute wird noch in vielen pflanzenheilkundlichen Büchern Mädesüß als mildes, sanftes Schmerz- und Fiebermittel empfohlen, da Mädesüß Salicylsäure enthält. Die Blüten und die jungen Blätter des Mädesüß werden zu Tee verarbeitet, dem eine gute harntreibende, entzündungshemmende sowie antirheumatische Wirkung nachgesagt wird. Da die in der Pflanze enthaltenen Stoffe jedoch wie bei vielen anderen pflanzlichen Mitteln abhängig von Standortbedingungen in ihrer Dosis stark schwanken, wird in der Regel empfohlen, sich die Pflanzenbestandteile in der Apotheke zu besorgen.
Medizingeschichtlich ist Mädesüß interessant, da lange Zeit aus ihren Blütenknospen reine Salicylsäure gewonnen wurde, ein endzündungshemmender Wirkstoff, der in etwas abgewandelter Form als synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure bis heute verkauft wird, etwa unter dem Markennamen Aspirin®. Das Echte Mädesüß, das man damals botanisch noch den Spiersträuchern (Spiraea) zuordnete, hat zur Entwicklung dieses Markennamens beigetragen. Während das "A" für Acetyl steht, ist "spirin" aus dem Begriff "Spiraeasäure" abgeleitet.

In Russland reiben Imker gelegentlich die Bienenstöcke mit den Blüten ein, damit die Bienen nicht krank werden und mehr Honig einbringen. Ähnlich wie bei der Zitronenmelisse lässt sich bei Bienen tatsächlich eine Reaktion auf den Blütengeruch feststellen. Den Druiden war die Pflanze heilig. Gemeinsam mit der Mispel, der Wasserminze und dem Eisenkraut soll sie zu den wichtigsten Druidenkräutern gehört haben. In vielen Regionen zählt das Echte Mädesüß auch zu den unheilabwehrenden Pflanzen. Man sammelte sie in der Sonnwendnacht und hängte sie gebündelt und mit den Blüten nach unten in das Gebälk der Häuser und Ställe. In der Steiermark nannte man sie daher "Sunnawendfäden".

Inhalt: 50 g

Geprüfte Qualität aus deutschem Apothekengrosshandel.
Dieser Text basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



Sie könnten auch an folgenden Artikeln interessiert sein